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Unbewusste Beziehungsmuster erkennen: Die 7 häufigsten Beziehungsmuster in der Liebe

Aktualisiert: 9. Juli

von Kerstin Brenmöhl


Da unsere Muster tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind, entzieht sich unser Verhalten oft unserem Verstand. Natürlich kannst du jederzeit „diese eingefahrenen Spurrillen des Erlebens und Verhaltens“ verlassen. Dafür ist es allerdings wichtig, dass du erkennst und realisierst, welchem Muster du folgst.


Wenn du die damit verbundenen Mechanismen aufdeckst, kannst du etwas ändern: nämlich endlich die glückliche und erfüllende Partnerschaft leben, die du dir ersehnst und die du verdient hast.


Finde heraus, welches Beziehungsmuster dir entspricht.







1. Sich nicht trauen, Verantwortung zu übernehmen.

Gezielt suchst du nach Partnern, die ritterlich bemüht sind, sich um all deine Bedürfnisse und Wünsche zu kümmern. Als Kind hast du schon früh die Erfahrung gemacht, dass deine Eltern dir viele Dinge abgenommen haben. Vielleicht, weil sie es dir nicht zugetraut haben, weil sie die Kontrolle behalten wollten, dich beschützen wollten oder auch einfach nicht loslassen konnten. Sie nahmen dir schon früh wichtige Entscheidungen ab, oder sorgten dafür, dass du eine mögliche Konsequenz nicht tragen musstest. In Beziehungen kreierst du dir immer wieder ähnliche Beziehungen.


Marion ist seit 12 Jahren mit Manuel zusammen, der 15 Jahre älter ist als sie. Dieser ist ihr treu ergeben. Vermutlich folgt auch Marions Partner einem bestimmten Beziehungsmuster. Statt gemeinsam zu wachsen, begrenzen sie sich gegenseitig. Marion bleibt in der Rolle, die ihr seit ihrer Kindheit vertraut ist: sie ist der Überzeugung, dass ihr jemand helfen muss, wenn ihr etwas nicht gelingt. Da Manuel ihr immer zur Hilfe eilt und damit ihre Unselbständigkeit unterstützt, hat Marion eine sehr niedrige Frustrationstoleranz. Schnell fühlt sie sich überfordert und traut sich nicht viel zu. So macht sie regelmäßig die Erfahrung, dass sie es alleine nicht schafft und immer auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Ihr Partner Manuel fühlt sich hingegen stark, wenn er sich um einen Menschen kümmern darf, der seine Hilfe benötigt. Sein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein und seine (übertriebene) Fürsorge führen dazu, dass Marion weiter in ihrer kindlichen Annahme bleibt. Die Abhängigkeit führt einerseits zu Frustration, andererseits lässt sie Marion nicht erwachsen werden.


Affirmationen:

  • Ich bin mutig und zuversichtlich.

  • Ich übernehme Verantwortung für meine Worte und Handlungen.

  • Ich trage die Konsequenzen meines Handelns und wachse mit Freude.

  • Mit jeder neuen Herausforderung darf ich wachsen.

  • Ich finde jede Lösung in mir selbst.

  • Ich erlebe Beziehung als etwas positives und bereicherndes und freue mich darüber, meinem Partner auf Augenhöhe zu begegnen.




2. Sich klein machen

Vermutlich hast du ein eher schwaches Selbstwertgefühl und sucht dir gezielt einen Partner, der dominant und extrovertiert ist. Einen Menschen, der stets von anderen bewundert wird, weil er bestimmte Kompetenzen hat, die ihn attraktiv erscheinen lassen. Oftmals verfügt so ein Mensch auch über eine charismatische Ausstrahlung.


Sylvia lebt mit Fred, einem Künstler, zusammen. Dieser ist überregional bekannt. Am Anfang der Beziehung schmeichelt es Sylvia, die Gunst eines solchen Menschen erlangt zu haben. Sie genießt die Aufmerksamkeit, die ihr an der Seite ihres Partners geschenkt wird. Aber schon nach kurzer Zeit verschwinden diese Glücksgefühle. Stattdessen breitete sich eine Traurigkeit in ihr aus. Sylvia realisiert, dass nicht sie gemeint war, der die wirkliche Zuwendung galt. Sie beschwerte sich bei Fred, der darauf irritiert reagiert.

Affirmationen:

  • Ich erkenne mich an, so wie ich bin, mit all meinen Stärken und Schwächen.

  • Ich bin OK, wie ich bin.

  • Ich gestalte das Leben nach meinen Wünschen und Vorstellungen.

  • Ich genieße es, mich so zu zeigen, wie ich wirklich bin.

  • Ich bin ein Leuchtturm.

  • Ich bin es wert, geliebt zu werden.

  • Ich bin wertvoll.




3. Jemanden körperlich brauchen, um sich selber zu spüren

Du bist eine Frau, die bei Männern sehr gut ankommt und keinerlei Probleme hat, einen neuen Partner zu finden. Du bist unentwegt auf der Suche nach einem Mann, mit dem du körperliche Nähe haben kannst. Erst dann kannst du dich so richtig spüren.


Simone stellt immer wieder schon nach kurzer Zeit fest, dass, egal wie verliebt sie zu sein glaubt, der Partner nicht richtig zu passen scheint. Immer wieder genießt sie mit jedem neuen Partner den körperlichen Austausch. Doch schnell verliert sie das Interesse an ihm. Sex dient nur dazu, sich zu spüren. Ein gutes Gefühl, dass aber mit dem jeweiligen Partner nichts zu tun hat und eine gewisse Leere hinterlässt.

Affirmationen:

  • Ich verbinde mich auf einer tieferen Ebene mit mir und mit der Liebe.

  • Ich liebe mich selbst und bin bereit, mich ganz für die Liebe zu öffnen.

  • Ich vertraue dem Leben und bin bei jeder Begegnung im hier und jetzt.

  • Ich gebe mich hin und lasse alle Kontrolle los.

  • Ich fühle mich sicher und geborgen und erlaube mir, mich wahrhaftig mit jemandem zu verbinden.

  • Ich sage ja - zu mir und zu dir!



4. Jemandem Schuldgefühle machen, beschuldigen

Du neigst dazu, deinen Partner für vieles verantwortlich zu machen. Wahrscheinlich kennst du das aus deiner Kindheit…das Gefühl, es niemandem wirklich recht zu machen. Vielleicht wurdest du oft bestraft oder zur Verantwortung gezogen für Dinge, für die du gar nichts konntest. Auch Anerkennung und Wertschätzung hast du selten erfahren.


Monika fällt es schwer, sich selbst und ihrem Partner einzugestehen, dass sie etwas falsch gemacht hat. Im Gegenteil: sie schafft es immer wieder, den Spieß umzudrehen und ihren Partner für ihre eigenen Unzulänglichkeiten verantwortlich zu machen. Auch hält sie es kaum aus, wenn ihr Partner tatsächlich mal etwas falsch macht. Es erscheint ihr unmöglich, ihm zu verzeihen.
Zudem quälen sie Schuldgefühle, weil sie sich für Dinge verantwortlich fühlt, die nicht in ihrem Ermessen liegen. Da Monika diesen Druck selbst nicht aushält, gibt sie ihn an ihren Partner weiter. Das führt in ihren Beziehungen immer wieder zu ernsthaften Konflikten.

Affirmationen:

  • Ich begegne mir liebevoll und gütig.

  • Ich lasse alle Erwartungen und Vorstellungen los, die ich über mich und andere habe.

  • Ich werde bedingungslos geliebt.

  • Ich öffne mein Herz und lasse alles Positive in mich einströmen.

  • Das Leben meint es gut mit mir und ich habe einen Platz in dieser Welt.

  • Ich nehme mich an, wie ich bin und schaue mit Liebe und Gelassenheit auf mein Leben.




5. Beziehungsängste

Du hast verschiedene, sehr effiziente Strategien entwickelt, keine Beziehungen einzugehen oder Gründe zu finden, wie du diese schnell wieder beendest. Schon als Kind hast du erfahren, dass es gefährlich ist, dich anzuvertrauen und dich einem Menschen voll und ganz hinzugeben. Du hast große Angst, dich auf eine echte Beziehung einzulassen.


Kathie hat eine bewährte Strategie entwickelt: das Abwerten. Sie behauptet, dass es keine Männer gäbe, die in Frage kommen. Weil verheiratet, in einer Beziehung oder beziehungsunfähig. „Die guten Männer sind doch immer schon vergeben“ ist ihr Statement, welches sie in ihrem Freundeskreis abgibt. Diese Haltung macht es ihr unmöglich, das wirkliche Potential in einem Partner zu erkennen. Ab und zu lässt sich Kathie sogar mal auf eine Beziehung ein. Allerdings sucht sie hier eher Männer, die verheiratet oder bereits in einer festen Beziehung sind. Nach kurzer Zeit stellt sie fest, dass der Mann alles falsch macht und doch nicht ihren Vorstellungen entspricht. Je näher ihr dieser Mann kommt, desto stärker ist ihr Impuls, die Sache zu beenden. Wenn es so weit ist, zieht sich Kathie emotional zurück, geht auf Distanz und flüchtet sich in Geschäftigkeit.

Affirmationen:

  • In mir herrscht Frieden.

  • Ich wurde geboren, um glücklich zu sein.

  • Mit jedem Atemzug lasse ich die Angst vor Nähe los.

  • Ich vertraue dem Leben und mir - ganz und vollumfänglich.

  • Ich habe den Mut, all meine Gefühle anzunehmen.

  • Ich bin mächtiger als meine Zweifel.

  • Ich erlaube mir, loszulassen und zu vertrauen.

  • Ich habe eine glückliche und erfüllende Partnerschaft verdient.

  • Ich lasse mich auf meinen Partner ein und gehe eine tiefe Verbindung mit ihm ein.

  • Ich vertraue mir und dem Leben.

  • Ich weiß, dass alles einen Grund hat und zu meinem Besten geschieht.




6. Fehlende Konfliktbereitschaft

Du neigst dazu, Unstimmigkeiten und Disharmonien zu übergehen. Schnell bist du bereit, Kompromisse zu finden und hältst Situationen, die dir Stress bereiten, viel zu lange aus.


Franka ist seit vielen Jahren verheiratet. Ihr Mann ist Choleriker, der oft Streit provoziert und seinen Frust bei Franka ablädt. Franka fühlt sich dann unfähig zu reagieren. Sie erstarrt und versucht Verständnis - für sein oftmals unfaires Verhalten - aufzubringen. Äußerlich reagiert sie ruhig und gelassen. Innerlich hält sie es kaum aus. Franka weiß sehr wohl, dass es nicht richtig ist, wie ihr Mann sich ihr gegenüber verhält. Leider findet sie nie die passende Gelegenheit und den Mut, das anzusprechen. Außerdem hat sie verschiedene Glaubenssätze, die sie daran hindern, die Beziehung zu beenden. Einige davon könnten sein: "Ich muss unangenehme Situationen aushalten." "Ich darf mein Gegenüber nicht verärgern." "Ich bin es nicht wert, respektiert und geliebt zu werden."

Affirmationen:

  • Ich bin die wichtigste Person im meinem Leben.

  • Ich darf meiner Intuition vertrauen und Entscheidungen treffen, die mir gut tun.

  • Ich bin wahrhaftig und ehrlich.

  • Die Kommunikation zwischen meinem Partner und mir ist stets respektvoll.

  • Ich bin es wert, geliebt zu werden.

  • Es fällt mir zunehmend leicht, meine Meinung zu äußern.

  • Ich fühle mich stark und jeder Herausforderung gewachsen.

  • Ich habe ein Recht darauf, respektiert und wertgeschätzt zu werden.




7. Co-Abhängigkeit

Du hast früh gelernt, deine eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen. Dir nicht den Raum zu geben, den du benötigst, um dich selbst zu spüren und wahrzunehmen. Du fühlst dich von Menschen angezogen, die jemanden brauchen. Du möchtest deinen Partner retten.


Tessa ist seit vielen Jahren mit Urs zusammen. Schon als sie sich kennenlernten, war Urs alkoholabhängig. Tessa befindet sich seit Beginn ihrer Beziehung in einem ständigen Wechselbad der Gefühle. Hoffnung, Wut, Abscheu und andere zermürbende Gefühle prägen ihren Alltag. Doch immer noch ist sie der tiefsten Überzeugung, Urs retten zu können. Sie hält zu ihm, obwohl er keine ernsthafte Schritte unternommen hat, seiner Sucht ein Ende zu setzten. Für sie stehen nach wie vor seine Bedürfnisse und Probleme im Vordergrund. Tessa ist überzeugt, dass sie trotz allem ohne Urs nicht leben kann. Sich zu trennen ist für sie keine Option. Sie will ihn nicht im Stich lassen. Sie ist sich nicht bewusst, dass sie mit diesem Verhalten die Sucht von Urs fördert.


Affirmationen:

  • Ich erfülle mir meine Bedürfnisse und erlaube mir, mich dabei selbst zu lieben.

  • Ich weiß, was ich brauche, um glücklich zu sein.

  • Ich darf mir Zeit für mich nehmen und Dinge tun, die mich erfüllen.

  • Ich bin die wichtigste Person in meinem Leben.

  • Ich gestalte mein Leben in Harmonie und Fülle.

  • Ich lade nur Menschen in mein Leben ein, die gut für sich sorgen können.

  • Ich habe eine unendliche Kraft in mir, auf die ich mich jederzeit verlassen kann.

  • Ich weiß wer ich bin und verdiene nur das beste.

  • Ich liebe das Leben und es fällt mir leicht, mich gut um mich selbst zu kümmern.




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