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Morgenroutine & Journaling: Dein bewusster Start in den Tag

Bevor ich mit den Tipps für deinen guten Start in den Tag beginne, erzähle ich dir kurz, wie ich zu meiner Morgenroutine gekommen bin, wie sich diese im Laufe der Zeit verändert hat und was sich bei mir dadurch verändert hat.



Routine - nein danke!

Ich bin kein Routine-Mensch. Routinen fand ich immer langweilig. Ich möchte spontan und flexibel bleiben. Bis ich Kinder hatte, hat das auch ganz gut funktioniert.


Aber dann schlich sich so langsam und unbemerkt ein eher hektischer Alltag ein. Gefüllt von immer mehr „Müssen“ und Funktionieren. Auch wenn ich das lange nicht wahrhaben wollte.


Ich war schon immer chaotisch und fand mich selbst unstrukturiert. Bis zum Lockdown im März 2020 hatte ich noch nicht mal eine bewusst gewählte Tagesstruktur. Ich folgte einfach dem was anstand: Aufstehen, Kinder wecken, frühstücken, Kinder bringen, Arbeiten gehen, Kinder abholen, einkaufen, Abendessen machen, Kinder ins Bett bringen… Dann war der Tag auch schon fast vorbei.

Abends hatte ich dann noch 1-2 Stunden Zeit zum runterkommen. Tagsüber lief größtenteils der Autopilot. Von einem Termin zum nächsten, und alles sollte möglichst schnell gehen.


Dann kam der Lockdown. Und ich versank die erste Woche so sehr im Chaos, dass ich das so nicht weitermachen konnte und wollte.


Der Beginn einer Struktur

In dem Moment dachte ich zum ersten Mal über eine bewusst gewählte Tagesstruktur nach. Und die sah in etwa so aus: von 7 bis 8 Uhr nahm mir eine Stunde Zeit zum Yoga machen. Anfangs war es etwas chaotisch die neue Routine umzusetzen, weil meine Kinder im selben Zimmer spielten. Wir mussten uns alle an die neue Situation gewöhnen und mit der Zeit wurde es immer entspannter. Vielleicht wurde ich einfach nur entspannter, als mir klar wurde, dass es unter diesen Umständen zu viel verlangt ist, komplett ungestört Yoga im Wohnzimmer zu machen.


Auch den restlichen Tag konnte ich während des Lockdowns durch mehr Struktur vereinfachen. Bei schönem Wetter sind wir nachmittags auch immer für mindestens eine Stunde in die Natur.


Meine morgendliche Yogastunde habe ich täglich während 6 Monaten beibehalten. Bis zum Tag meiner Erschöpfung. Ja, trotz Yoga habe ich es geschafft, mich in eine Erschöpfung zu manövrieren. Das hatte mehrere Gründe, die ich in anderen Artikeln schon beleuchtet habe.


Fakt ist: 3 Monate später, nach viel ausruhen, war ich immer noch gestresst, unausgeglichen und ungeduldig.


Hmm, und jetzt? War es an der Zeit was anderes auszuprobieren.


Ich nahm mir ein Buch zur Hand, welches schon länger im Regal stand, ich aber noch nie in Angriff genommen hatte: „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron. Und als erste Aufgabe empfiehlt Julia das Morgenseiten schreiben.





Das erste Kapitel hatte mich soweit überzeugt, es versuchen zu wollen. Die Beispiele, die sie nannte, waren durchaus vielversprechend.

Um meine neue Morgenroutine ernsthaft umsetzen zu können, wurde mir klar, dass sie schon abends beginnen musste. Also ging ich um 22 Uhr schlafen, um um 6 Uhr ausgeschlafen aufstehen zu können.

Ich ersetzte meine Yogaroutine durchs Schreiben.


Und was soll ich sagen. Schon nach wenigen Tagen und Wochen zeigten sich die ersten Erfolge:

  • Mein Kopf wurde ruhiger, ich wurde klarer, ging Dinge an, die ich schon ewig angehen wollte und meine Tagesabläufe fielen mir leichter.

  • Meine Entscheidungen wurden einfacher und klarer. Ich wusste was ich will und nicht mehr wollte.

  • Meine Ausgeglichenheit wuchs, ich war abends zufriedener mit mir selbst. Denn so viel hatte sich bereits beim Schreiben gelöst oder geklärt, dass mir das Machen leichter viel.

  • Ich erledigte mit Leichtigkeit von jetzt auf gleich Dinge, über die ich vorher gefühlt Monate nachgedacht hatte.

  • Ich strich Dinge von meiner ToDo Liste, weil ich mir eingestand, dass ich manches davon gar nicht tun will. Es stand da, weil ich dachte, dass andere es von mir erwarten.

Und so wurde mein Leben Stück für Stück leichter und ich freier.



In so einer kleinen Morgenroutine steckt so viel Power. Ich kann dir einfach nur ans Herz legen, es auszuprobieren. Damit du wieder die Regie in deinem Leben übernimmst, und aufhörst, dein Leben und deine Zeit von anderen verplanen zu lassen.


Du hast den Zauberstab selbst in der Hand. Das einzige was du brauchst, ist die Entscheidung, ihn ab jetzt zu nutzen.






Was ist Journaling?

Journaling liegt voll im Trend, vor allem wenn man bedenkt wie viele Glückstagebücher, Dankbarkeitstagebücher, Erfolgstagebücher usw. es zur Zeit zu kaufen gibt.


Sie alle versprechen ein glückliches & erfülltes Leben. Und ja, wenn du es schaffst, jeden Tag hineinzuschreiben, gehst du zumindest in die richtige Richtung und wirst optimistischer.


Auch ich liebe diese kleinen Notizbücher. Allerdings habe ich nur zwei davon: Eins ist mein achtsamer Terminkalender und das andere ein Geschenk einer Freundin: Das 6-Minuten Tagebuch. Und für alles andere schreibe ich meine Morgenseiten.


Journaling, Tagebuch, Morgenseiten… Wo liegt der Unterschied?

In ein Tagebuch schreiben Menschen meist ihre Erlebnisse und Erfahrungen rein.


Bei den meisten Journaling-Büchern geht es darum, selbst-reflektive Fragen zu beantworten. In den oben genannten Tagebüchern gibt es verschiedene Fragen pro Tag, die du kurz und meist stichwortartig beantworten kannst. Dabei konzentrierst du dich auf das, was dich berührt. Du schaust nach innen. Du schreibst über deine Gefühle, Wünsche, Sehnsüchte oder inneren Konflikte.


Das Morgenseiten Schreiben ist wiederum eine andere Art des Schreibens. Hier geht es um intuitives Schreiben. Du beantwortest keine Fragen, sondern schreibst einfach drauf los. Irgendwann übernimmt der Stift die Regie und manchmal wundere ich mich, wo das alles herkommt, was ich schreibe. Lösungen finden sich plötzlich viel schneller und leichter, als wenn ich nur darüber nachdenke.



Verschiedene Journaling Arten


1. Dankbarkeits-Journaling:

Diese Art Tagebuch habe ich vor 10 Jahren angefangen. Immer abends. Drei Dinge, für die ich dankbar bin. Ich fokussierte mich auf Dinge, die ich am Tag erlebt hatte. Mittlerweile mache ich das mit meinen Kindern als Gute-Nacht-Ritual.

2. Traum-Journaling:

Manche Menschen schreiben ihre Träume direkt nach dem aufwachen auf. Das macht Sinn, denn eine halbe Stunde später hätten wir sie wieder vergessen. Unsere Träume zeigen uns - meist symbolisch - was uns momentan unbewusst beschäftigt. Wenn du deine Träume aufschreibst, gewinnst du Klarheit und kannst sie einfacher deuten und verstehen.


3. Erfolgstagebuch:

Ein Erfolgstagebuch muss sich nicht zwingend auf den Beruf beziehen. Auch privat können wir Erfolge anstreben & feiern. Manche benutzen es, um der Frage nach zu gehen: Was ist mir heute so richtig gut gelungen? Aber auch Ziele & Visionen können hier aufgeschrieben und verfolgt werden.


Was sagt die Forschung?

Dass Schreiben einen positiven Einfluss auf unsere Psyche hat, ist mittlerweile auch wissenschaftlich belegt. In dieser Dankbarkeitstagebuch-Studie, hat der Psychologe Robert Emmons herausgefunden, dass ein tägliches Dankbarkeitsjournal optimistischer macht und Lebensfreude weckt. Sogar körperliche Beschwerden können abnehmen. „Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass ein bewusster Fokus auf Dankbarkeit emotionale und zwischenmenschliche Vorteile haben kann.“ (Emmons & McCullough, 2003)

Die positive Wirkung des Schreibens auf deine seelische Gesundheit

Beim Schreiben gehen wir ins Gespräch mit uns selbst. Dadurch werden uns Gedankengänge manchmal erst bewusst. Wir können unseren Gefühlen Ausdruck verleihen, unsere Gedanken sortieren und weiterentwickeln. Das führt dazu, dass wir uns besser kennenlernen und Situationen aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Durchs Schreiben werden wir uns unserer Wahrnehmung bewusst, welches einen Einfluss auf unsere Entscheidungen und somit auf unsere Lebensfreude hat. Wir lernen, die einfachen Dinge wieder zu genießen und uns an ihnen zu erfreuen.


Unsere Seele kommt zum Ausdruck. Dadurch fühlen wir uns mehr mit uns selbst verbunden. Die innere Stimme kann zu Wort kommen und oft übernimmt sie sogar beim Schreiben die Führung.



Warum du mit Stift und Papier schreiben solltest.

Ich empfehle Papier und Stift zu benutzen. Wir verbringen schon genug Zeit am Computer und Handy. Außerdem schreiben wir anders, wenn wir uns dem Stift hingeben, anstatt auf der Tastatur zu tippen. Es entsteht eine andere Energie. Der Stift hat eine sanfte Macht. Es ist, als kämen wir beim Schreiben in einen anderen Bewusstseinszustand.


Schreibregeln gibt es keine. Grammatik, Schriftfehler: alles egal. Denn, es liest ja niemand. Du musst auch nicht schön schreiben. Alles, was grade in deinem Kopf vor sich geht, darf aufs Papier.

Was bringt mir eine Morgenroutine?

Indem du dir bewusst Zeit in Stille nimmst, entsteht Achtsamkeit. Vielleicht mit einer Tasse Tee, deinem Heft und Stift, einer sanften Bewegung oder einem kleinen Morgenspaziergang an der frischen Luft. Durch eine Morgenroutine, kannst du

  • Klarheit finden.

  • Kraft tanken.

  • fokussierter & produktiver werden.

  • einfacher ins Tun kommen.

  • Gedanken & Gefühle wahrnehmen und positiv beeinflussen.

  • achtsamer, dankbarer & zufriedener werden.

  • zu deinem inneren Gleichgewicht zurückfinden.


Ideenliste für dein Morgenritual


1. Ausreichend Schlaf

Dein Morgenritual beginnt bereits abends, mit der Entscheidung, genug Schlaf zu bekommen. Wie viel Stunden Schlaf du brauchst, um ausgeschlafen und ausgeglichen zu sein, entscheidest du. Bei mir sind das 8 Stunden.


2. Zeitig aufstehen

Stehe nach dem ersten Weckerklingeln auf. Die Snooze-Funktion macht das Aufstehen noch schwieriger. Ich genieße die Ruhe am liebsten wenn alle im Haus noch schlafen.


3. Offline den Tag starten

Schalte das Handy erst nach deiner Morgenroutine ein. Und gönne dir die Ruhe am Morgen.


4. Wasser trinken

Trinke ein Glas Zitronenwasser, Ingwerwasser oder lauwarmes Wasser. Du kannst dir natürlich auch einen Tee zubereiten. Bei mir gibt's immer beides, Zitronenwasser & Tee.


5. Meditation

Wenn du magst kannst du dich ein paar Minuten in Stille hinsetzen und meditieren. Wenn dir der Fokus auf deine Atmung schwer fällt, kannst du dir auch eine gesprochene Meditation oder Fantasiereise anhören.


6. Schreiben

Nimm dir ein paar Minuten Zeit zum Schreiben. Wähle die für dich passende Schreibart - je nachdem, wieviel Zeit du dir dafür nehmen möchtest.


In meinem kostenlosen Happytude Onlinekurs bauen wir gemeinsam deine Morgenroutine mit Morgenseiten-Schreiben und positiven Intentionen auf. Wir starten am Montag den 21.2.2022. für 4 Wochen. Anmelden kannst du dich über diesen Link.

7. Frische Luft

Eine Runde durch den Garten spazieren - am besten barfuß. Oder einfach nur das Fenster aufmachen und ein paar tiefe Atemzüge frische Morgenluft einatmen, wirkt Wunder.


8. Sanfte Bewegung

Wenn du morgens schon Bewegung brauchst, dann probiere ein paar sanfte Körperübungen, Dehnungen oder Sonnengrüße aus. Das bringt den Kreislauf in Schwung und macht gute Laune.


9. Intention setzen

Überlege dir morgens, mit welcher Haltung & Energie du den Tag erleben möchtest. Vielleicht hilft dir ein positives Mantra für deinen Tag oder deine bevorstehende Versammlung. Dich bewusst darauf einzustellen, hilft dir, tagsüber mehr bei dir zu bleiben und dich immer wieder daran zu erinnern.


9. Frühstücken

Bereite dir bewusst ein gesundes Frühstück vor und nehme dir Zeit dafür.

Und ganz wichtig:

Nimm dir zu Beginn nicht zu viel vor. Sonst frustrierst du und gibst auf, bevor du richtig angefangen hast. Starte lieber mit einem kleinen Ritual und gewöhne dich an diese Veränderung. Mit der Zeit kannst du dann weitere Rituale mit in deine Morgenroutine aufnehmen.


Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren!


Deine Caro


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